Eine spannende Zeitreise durch die Geschichte der deutsch- französischen Beziehungen und ein leidenschaftliches Plädoyer für Reisen, das Lernen von Fremdsprachen und gesunde Neugier – Der Vortrag von Professor Dr. Henri Ménudier am 20. März 2025 für die Jahrgangsstufen 10 und 11 bei uns am Steller- Gymnasium.
Es ist ihm eine Herzensangelegenheit: Professor Dr. Henri Ménudier, ehemaliger Hochschullehrer für Politikwissenschaften an der höchst renommierten Pariser Sorbonne, der ein langes Forscherleben den deutsch-französischen Beziehungen und der deutsch-französischen Freundschaft gewidmet hat, wird auch im Ruhestand nicht müde, auch mit jungen Menschen über dieses wichtige Thema zu diskutieren und sie in Vorträgen zu informieren, zum Nachdenken anzuregen und zu begeistern. Am 20. März 2025 hatten wir das große Glück, Prof. Ménudier bei uns am GWSG begrüßen zu können und den Jahrgangsstufen 10 und 11 wurde ein höchst spannendes Panorama der deutsch-französischen Geschichte geboten. Schnell klar wurde, dass dieses Verhältnis oft von kriegerischen Auseinandersetzungen bestimmt war – schon lange bevor man überhaupt von einem deutschen Nationalstaat sprechen kann: Prof. Ménudier behandelte anschaulich die karolingischen Reichsteilungen, die Kriege Ludwigs XIV., Napoléons I., den deutsch-französischen Krieg, den ersten und zweiten Weltkrieg. Und er sprach eingehend über das Ende der „Erbfeindschaft“, dem Neuanfang der deutsch-französischen Beziehungen nach dem Zivilisationsbruch des Nationalsozialismus. Intensiv gewürdigt wurde der 9. Mai 1950 als markantes Datum einer Art Zeitenwende, an dem der französische Außenminister Robert Schuman die Gründung einer Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl vorschlug, so dass aus „Erbfeinden“ Freunde werden konnten. Prof. Ménudier zeichnete anschließend die Entwicklung des Europäischen Projekts nach und den Zuhörenden wurde klar, wie viel Frieden und Wohlstand die Einwohnerinnen und Einwohner der EWG/EG/EU diesem Projekt verdanken. Dass dies nun wirklich alles andere als selbstverständlich ist, hatte Prof. Ménudier mit seinem historischen Panorama hinlänglich verdeutlicht – aber auch aktuelle Entwicklungen auf der Welt, die wir alle täglich in den Nachrichten verfolgen müssen, lehren das leider überdeutlich. So ist die Stimme von Prof. Ménudier unverzichtbar, der sein Auditorium aufruft zu reisen, zu Neugier, zum Austausch, zur Diskussion, zum Miteinander. Und sein Beispiel macht viel Mut – gerade auch angesichts unserer heutigen Weltlage. Professor Ménudier hat an diesem Tag noch weitere Vortragstermine, er ist einfach unermüdlich. Es ist ihm – ganz offensichtlich – eine Herzensangelegenheit.
StD Streb