Im Dezember stellte uns der Bund Naturschutz seine Biber-Wanderausstellung für zwei Wochen zur Verfügung. Während dieses Zeitraums hatten alle Biologieklassen die Möglichkeit, an einer Führung mit Frau Nunn, einer Mitarbeiterin des BN, teilzunehmen.

Mit einem Einstiegsquiz konnten die Schülerinnen und Schüler zunächst ihr biologisches Wissen über den Biber unter Beweis stellen. Anschließend ergänzte Frau Nunn noch viel Interessantes, Außergewöhnliches, ja z.T. Kurioses zu diesem wasserliebenden Säuger, und so wie man es von ihr kennt, nicht ohne faszinierendes Anschauungsmaterial.

Ein gegerbter Biberpelz, der von einem Unfalltier stammte, ließ beim Darüberstreichen erahnen, welch wertvolles Diebesgut das früher war (vgl. Gerhart Hauptmann, Der Biberpelz). Während wir Menschen auf dem Kopf etwa 200 Haare pro Quadratzentimeter besitzen, sind es beim Biber bis zu 23000 Haare auf der gleichen Fläche. Luftschichten dazwischen halten den Biber trocken und damit warm.

Auch die wurzellosen, nachwachsenden Zähne, mit denen er ganze Bäume durchnagen und fällen kann, sind mehr als beeindruckend, v.a. wenn sie Frau Nunn aus Ober- und Unterkiefer zieht und sie kein Ende nehmen. Durch den eisenhaltigen Zahnschmelz sind sie besonders hart und selbstschärfend.

 

Auch ökologische und historische Aspekte kamen nicht zu kurz.

Während der Biber im 19. Jahrhundert in Bayern als ausgerottet galt, wurde er seit den 1960er Jahren durch gezielte Ansiedelung wieder heimisch. Heute ist Bayern fast flächendeckend mit ca. 22.000 Tieren besiedelt. Da es aufgrund der großen Anzahl inzwischen immer häufiger zu Konflikten mit Land-, Forst- und Teichwirtschaft kommt, wurden in den unteren Naturschutzbehörden Biberberater eingesetzt, die schadensbedingte Konflikte minimieren sollen. Dennoch kamen auch kritische Anmerkungen von Lehrkräften und Schülern, die die vielen Schäden durch den Nager beklagten. Besonders kritisch ist sicherlich zu sehen, dass entlang der Flussläufe zahlreiche Bäume durch Nageschäden absterben und so die Gewässer im Sommer weniger beschattet werden. Die Folge sind noch höhere Wassertemperaturen. Auch das Untergraben der Uferbereiche von Flüssen stellt für landwirtschaftliche Maschinen bedrohliche Fallen dar. Hoffen wir, dass Kompromisse gefunden werden, wie z.B. breite Gewässerrandstreifen, die eine Koexistenz zwischen Mensch und Biber ermöglichen.

 

 

StDin Zeilinger