Studienfahrt der Klassen 10a und b nach Berlin vom 13. bis 17. Juli 2026

„Wir fahren nach Berlin.“ Mein erster Gedanke? „Oh Mann, was, wenn uns nachts jemand angreift oder uns etwas Schlimmes passiert? Berlin ist doch gefährlich!“ Schon als wir im A&O-Hostel ankamen, merkte ich aber schnell: So schlimm wird’s wohl doch nicht. Uns wurde zwar erzählt, dass nachts eine Security die Flure überwacht – was uns bei unseren kleinen nächtlichen Treffen auf dem Gang eher weniger begeistert hat – und dass es gelegentlich zu Diebstählen kommt. Trotzdem fühlten wir uns insgesamt ziemlich sicher.

Direkt am Anreisetag ging es mit einer Stadtführung los. Begleitet wurden wir von einer echten „Berliner Schnauze“ und unserem Busfahrer. Neben spannenden Geschichten über die Geschichte Berlins ist mir vor allem eines im Kopf geblieben: die Laternen. Klingt vielleicht komisch, aber Berlin hat wirklich unglaublich kreativ gestaltete Straßenlaternen!

Im KaDeWe angekommen wurde am nächsten Tag schnell klar: Für einen Großeinkauf reicht das Budget hier leider nicht. Also blieb es beim Windowshopping. Schön war es trotzdem. Ein echtes Highlight für Amelie und mich war die Straßenbahn aus „Türkisch für Anfänger“. Wahrscheinlich DAS Highlight für die meisten war aber die Kuppel des Bundestags. Von dort oben konnte man regelrecht Wimmelbild spielen. Egal, wohin man schaute, überall gab es etwas Neues zu entdecken. Gemeinsam mit Herrn Lassak und der Hilfe sämtlicher KIs versuchten wir sogar, einige Gebäude zu identifizieren. Das klang dann ungefähr so: „Da ist ein weißes Gebäude mit einem riesigen Golfball oben drauf!“ oder „Warum stehen da zwei fast identische Gebäude so weit voneinander entfernt?“

Zwischendurch stärkten wir uns mit Pizza oder gingen in einem der vielen kleinen Läden shoppen. Besonders praktisch fanden wir die Ringbahn im S-Bahn-System. Egal, wie sehr man sich verfährt – irgendwann bringt sie einen wieder ans Ziel.

Am letzten Morgen stand noch ein Besuch im ehemaligen Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen auf dem Programm. Das war für mich einer der spannendsten Orte der ganzen Klassenfahrt. Besonders beeindruckend war, dass unser Guide selbst dort inhaftiert gewesen war. Dadurch wirkte die Führung viel persönlicher und eindrucksvoller. Nur leider waren wir alle inzwischen ziemlich müde. Nach den vielen Tagen voller Eindrücke schlurften wir halb schlafend durch die Gänge. Aber irgendwie gehört genau das doch zu einer richtigen Klassenfahrt dazu, oder?

Rückblickend war Berlin ganz anders, als ich es mir vorgestellt hatte. Aus meiner anfänglichen Sorge wurde eine Woche voller neuer Eindrücke, lustiger Momente und spannender Erlebnisse. Und eins ist sicher: Langweilig wurde es dort definitiv nie.

Lilly Hofmann, 10a