Unter diesem Motto nahmen am 24. Februar drei Mitarbeiterinnen vom „Museum im Koffer“ die Lateinerinnen und Lateiner aus den sechsten Klassen mit auf eine Reise in die Vergangenheit.
Im Erdgeschoss war schon seit kurz nach 6 Uhr ein Raum vorbereitet worden, damit die Kinder gleich zu Unterrichtsbeginn in die Alltagswelt der Römer vor etwa 2000 Jahren eintauchen konnten. An einem wandfüllenden Stadtbild wurden verschiedene Lebensbereiche aufgezeigt: Haushalt, Politik, Versorgung, Infrastruktur, Familie, Militär. Einiges konnten die Schülerinnen und Schüler aus dem ersten Unterrichtshalbjahr in Latein schon selbst gut erklären, viel Neues erfuhren sie durch die Museumspädagogen.
In der zweiten Einheit wurde dann römischem Leben praktisch nachgespürt. So konnten sich die Kinder zum Legionär ausrüsten, außerdem gab es die Möglichkeit, Kupferschmuck zu basteln. Auch eine Schreibstube mit Papyrus, Feder und Tinte war eingerichtet. Wer die Mathematik vorzog, erleichterte sich mit dem Abacus, dem römischen iPad, schwere Rechnungen. Nicht nur Mädchen versuchten sich in der Herstellung und am Auftragen von Schminke und auch Jungs waren an der Kochstation sehr aktiv bei der Vorbereitung eines Dreigängemenüs, das im Anschluss an einer langen Tafel (fast) liegend bei bester Stimmung eingenommen wurde. Gereicht wurden Moretum (Käsebällchen mit Knoblauch und Kräutern an Weißbrot und Oliven), im Hauptgang eine Variante der Puls, des landestypischen Gemüseeintopfs, und als Dessert feine Plätzchen aus Quark und Gries in Öl herausgebacken, mit Honig und Mohn verfeinert (Globi).
So gestärkt konnte die letzte Aktion angegangen werden: der Bau eines Torbogens. Die Kinder hatten schnell einen Plan, wie aus den vorhandenen Materialien tragfähige Architektur entstehen konnte. Die praktische Umsetzung forderte das abgestimmte Mitwirken aller. Am Ende war der Bogen so stabil, dass die ganze Klasse sich daraufstellen konnte, ohne dass die Gefahr eines Einsturzes drohte.
Beim Feedback am nächsten Tag zeigten alle Kinderdaumen hoch – bis auf eine Ausnahme, die durch die Bemerkung ergänzt wurde: „Es war schon toll, aber ich musste Knoblauch schneiden und meine Finger riechen heute noch danach“. Neben vielen anderen auch ein nachhaltiger Eindruck!
StD Schöll