Museum im Koffer: „Auf nach Rom!“

Schon kurz nach 6 Uhr kamen am 2.März drei Experten vom „Museum im Koffer“ aus Nürnberg bei uns an der Schule an, um das Zimmer 007 zu einem Begegnungsraum mit dem antiken Rom umzugestalten. So erhielten die Lateinerinnen und Lateiner aus den sechsten Klassen an diesem Tag die Chance, das Leben in der „Ewigen Stadt“ sozusagen „hautnah“ zu erfahren. In Kleingruppen erhielten sie zunächst Alltagsgegenstände, die sie Häusern oder Räumen in einem wandfüllenden Panoramabild der Stadt zuordnen sollten. So gelang ganz leicht der Zugang zu zentralen Lebensbereichen im antiken Rom: Haushalt, Schule, Politik, Versorgung, Infrastruktur, Familie, Militär. Im Austausch mit den Museumspädagogen wurde Bekanntes durch Neues ergänzt, mancher konnte auch schon stolz etwas aus dem ersten Halbjahr Lateinunterricht einbringen.

Nach etwas Theorie ging man schnell zur Praxis über, die Schülerinnen und Schüler konnten sich zum Legionär ausrüsten, an anderen Stationen wurde Kupferschmuck gebastelt, auch eine Schreibstube mit Papyrus, Feder und Tinte war eingerichtet. Wer die Mathematik vorzog, konnte sich mit dem Abacus schwere Rechnungen erleichtern. Auch Jungs versuchten sich in der Herstellung und am Auftragen von Schminke und besondere Konzentration herrschte bei der Vorbereitung einer typisch römischen Alltagsmahlzeit, die im Anschluss bei bester Stimmung eingenommen wurde. Gereicht wurden Moretum (Käsebällchen mit Knoblauch und Kräutern an Weißbrot und Oliven) und als Dessert feine Plätzchen aus Quark und Gries in Öl herausgebacken, mit Honig und Mohn verfeinert (Globi).

Weil wir herrliche Sonne hatten, ging es für die letzte Aktion hinaus: Aus Quadern sollten die Kinder in Kooperation einen stabilen Torbogen errichten. Schnell stand das Konzept für eine tragfähige Architektur, die Umsetzung forderte das abgestimmte Mitwirken aller Beteiligten. Am Ende stand die ganze Klasse auf dem Bogen, niemand musste fürchten, dass das Bauwerk einstürzen könnte.

Am nächsten Tag wurde die Frage gestellt, ob wir nicht noch einmal eine ähnliche Aktion machen könnten – aber klar: Nach so viel Stadtalltag steht erst mal wieder die Sprache der Römer im Mittelpunkt.

StD Schöll