„Populism and American democracy”

Der Populismus prägt immer stärker die politische Auseinandersetzung in demokratischen Gesellschaften auf der ganzen Welt. In den USA bildet der Populismus eines Donald Trump eine entscheidende Komponente des Erfolgs der MAGA-Bewegung und seiner Wiederwahl zum Präsidenten. Daher lohnt sich eine Auseinandersetzung mit diesem Phänomen, um die Wirkungsweise des Populismus und die von ihm ausgehenden Gefahren besser zu verstehen.

Vor den Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen 10-12 hielt am 3. März 2026 Prof. Dr. Volker Depkat von der Universität Regensburg zu dem Thema „Populism and American democracy“ einen Vortrag in der Aula des Steller-Gymnasiums.

Zunächst wurde der Populismus als Methode der politischen Kommunikation und Mobilisierung definiert: Ein charismatischer Anführer gibt sich als „nice guy from next door“, der es als Wortführer der schweigenden Mehrheit mit den korrupten Eliten aufnimmt und seinen Anhängern einfache Lösungen für komplexe Probleme anbietet.

In seiner Analyse ging Prof. Dr. Depkat weit zurück in die Geschichte der USA und überraschte damit, dass er den Populismus als „double-edged sword“ bezeichnete. Denn Präsident Andrew Jackson bediente sich in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts populistischer Methoden, um z.B. das Wahlrecht vom Landbesitz zu entkoppeln und die Vereinigten Staaten dadurch demokratischer zu machen.

Nach einem Überblick über die weitere Entwicklung populistischer Politik in den USA führte der Vortrag schließlich zurück zu Donald Trump und der Frage, was diesen so gefährlich für die Demokratie mache. Prof. Dr. Depkat stellte die These auf, dass es nicht so sehr der Populismus an sich sei, sondern Trumps Missachtung der amerikanischen Verfassung.

In der anschließenden Diskussion wurde gerade die These vom Populismus als „double-edged sword“ kritisch hinterfragt: Widerspreche Populismus an sich nicht dem Ideal des aufgeklärten Bürgers, der politische Entscheidungen nach sorgfältiger Abwägung trifft? Könne jemals das Ziel den Einsatz populistischer Mittel rechtfertigen? Und so hatte der Vortrag zur Stärkung eines entscheidenden Mittels gegen populistische Beeinflussung beigetragen: des kritischen Denkens.

Neben Herrn Prof. Dr. Depkat und allen beteiligten Lehrkräften gilt ein besonders herzlicher Dank vor allem den Schülerinnen und Schülern des Technikteams unter Leitung von Herrn Stahl, die zusammen mit Herrn Gaimann für einen absolut reibungslosen Ablauf der Veranstaltung gesorgt haben!

OStR Baum