Vom 13. bis 15. Juli 2026 verbrachte die Q12 mit den begleitenden Lehrkräften Jörg Bilert und Andrea Käufer-Riedl lehrreiche und beeindruckende Tage in der Kulturstadt an der Ilm. Thematische Schwerpunkte waren dabei Kunst, Literatur, Architektur und Geschichte.
Der Montag stand ganz im Zeichen des Bauhauses (Besuch des Bauhaus-Museums, Besichtigung des Haus am Horn). Die SchülerInnen waren beeindruckt von der Vielseitigkeit und Modernität der Epoche. Viele der damals entworfenen Alltagsgegenstände kamen allen irgendwie bekannt vor (Schülerzitat: „Sieht aus wie bei Ikea…!“). Den Abschluss des Tagesprogramms bildete ein Spaziergang über den Historischen Friedhof mit der Besichtigung der Fürstengruft und der Russisch-Orthodoxen Kirche.
Am Dienstag widmeten wir uns vor allem den Leben und Werken der beiden Dichterfürsten Schiller und Goethe. Ihre Wohnhäuser, sowie Goethes Gartenhaus, eine Ausstellung zu Faust (im Schiller-Museum ) und eine Führung durch das Goethe-Nationalmuseum frischten die Vorkenntnisse der Schülerinnen und Schüler auf und veranschaulichten nachdrücklich das ganz außergewöhnliche Wirken Goethes und Schillers und die Ideale der Weimarer Klassik. Ganz nach Fausts „Hier bin ich Mensch, hier darf ich‘s sein!“ lernten wir bei perfektem Sommerwetter die Stadt und ihre Parks von ihrer schönsten Seite kennen.
Das Programm am Mittwoch hätte kontrastreicher nicht sein können. Am Vormittag besichtigten wir den Rokoko-Saal der Herzogin Anna Amalia Bibliothek: ein innenarchitektonisches Meisterwerk in Weiß und Gold, mit Büsten und Gemälden, das auf drei Etagen eine bedeutende Sammlung von historischen Manuskripten und Büchern enthält.
Unsere letzte Station war von den Idealen der Klassik und dem Platz der Demokratie rein geographisch nur 10 Kilometer entfernt. Inhaltlich lagen und liegen dazwischen Welten. Am Nachmittag besuchten wir eines der dunkelsten Kapitel der Menschheitsgeschichte in der Gedenkstätte Buchenwald. Auch wenn die Schülerinnen und Schüler die Fakten, Zahlen, Hintergründe und Zusammenhänge kannten, war es ein für alle zutiefst verstörendes Erlebnis mit dieser Unmenschlichkeit und Menschenverachtung konfrontiert zu werden. Und so muss Schillers Feststellung: „Jedoch der schrecklichste der Schrecken, das ist der Mensch in seinem Wahn!“ uns allen eine Warnung sein.
Trotz des ernsten Abschlusses war es für die Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler gleichermaßen eine rundum gelungene Studienfahrt, die allen noch lange im Gedächtnis bleiben wird.
OStRin Käufer-Riedl

