Ein Tag im Dienst der internationalen Außen- und Sicherheitspolitik

Bei herausfordernden Temperaturen nahmen die Schülerinnen und Schüler der 12. Jahrgangsstufe Ende Juni am Konfliktplanspiel (KPS) der Bundeswehr teil. Unter der Leitung von Jugendoffizier Hauptmann Glaser schlüpften sie in die Rollen von Regierungschefinnen und Regierungschefs sowie Staatsministerinnen und Staatsministern verschiedener Staaten, wie USA, Deutschland, Russland oder Syrien, und simulierten die Arbeit der Vereinten Nationen. Im Mittelpunkt stand die internationale Krisensituation rund um den sogenannten „Islamischen Staat“ im Jahr 2014 in Syrien und im Irak.

Nach einer Einführung in die Ausgangslage galt es, die Interessen der jeweiligen Staaten zu vertreten, in der UN-Generalversammlung mit einer kurzen Rede Position zu beziehen, sich den zum Teil provokanten Fragen der Weltpresse und der Nichtregierungsorganisation zu stellen, bi- oder multilaterale Bündnisverträge zu schließen und in intensiven Verhandlungen gemeinsame Lösungsansätze zu entwickeln. Dabei wurde den Teilnehmenden schnell bewusst, dass es für komplexe internationale Konflikte keine einfachen oder schnellen Lösungen gibt und erfolgreiche Diplomatie vor allem Kompromissbereitschaft, Überzeugungskraft und Zusammenarbeit erfordert.

Mit großem Engagement und viel Freude fanden sich die Schülerinnen und Schüler in ihre Rollen ein. Trotz unterschiedlicher Interessen gelang es ihnen, in der simulierten Sitzung des UN-Sicherheitsrats mehrere Resolutionen zur Bekämpfung des IS zu verabschieden – ein Erfolg, der zeigte, dass konstruktive Verhandlungen und gemeinsame Lösungsansätze auch unter schwierigen Voraussetzungen möglich sind. Die Auswirkungen ihrer Entscheidungen wurden anschließend auf einer Karte der Region durch das Setzen verschiedener Spielsteine nachvollzogen und gemeinsam ausgewertet. Ganz im Stil echter Politikerinnen und Politiker waren alle „Staatsministerinnen und -minister“ mit den erzielten Maßnahmen sehr zufrieden und in ihrer Abschlussrede von deren Erfolg überzeugt.

Ein herzlicher Dank gilt Hauptmann Glaser für die engagierte und anschauliche Durchführung des Planspiels. Das durchweg positive Feedback der Teilnehmenden zeigte, dass das Planspiel nicht nur spannende Einblicke in internationale Außen- und Sicherheitspolitik bot, sondern auch wichtige Erfahrungen in den Bereichen Kommunikation, Argumentation und Teamarbeit vermittelte. Besonders die Erkenntnis, wie anspruchsvoll internationale Konfliktlösung tatsächlich ist, nahmen viele Schülerinnen und Schüler als bleibenden Eindruck mit.

StRin Bleuler