Frankreich

7 Monate in St. Yrieix-La-Perche

In der Mitte der 10. Klasse entschied ich mich dafür, die 11. Klasse nicht in Bad Windsheim, sondern im Ausland zu machen. Meinen ursprünglichen Plan, nach Amerika zu gehen, konnte ich leider nicht verwirklichen, aber stattdessen bin ich gemeinsam mit meinen Eltern darauf gekommen, nach Frankreich zu gehen. Nach Gesprächen mit französischen Lehrern unserer Partnerschule, dem Lycée J. B. Darnet in St. Yrieix-La-Perche im Limousin, arbeiteten meine Eltern, die Familie Börner und ich daran, Gastfamilien zu finden. Von französischer Seite gab es keine Probleme, es fanden sich drei Familien und unter der Woche war ich im Internat neben dem Lycée untergebracht. Der Abschied Anfang September 07 fiel mir schon schwer, aber ich freute mich gleichzeitig auch riesig auf das, was mich erwartete. Für mich ging wortwörtlich ein Traum in Erfüllung. Ich wurde von Anfang an in meiner Klasse, der 2e3, sehr gut aufgenommen und erhielt auch von meinen Lehrern immer wieder Hilfsangebote, falls mir alles zu viel würde. Es dauerte also nicht lang, ich fand mich bestens zurecht und auch der lange Schultag von 08:00 Uhr bis 17:20 Uhr machte mir nicht mehr viel zu schaffen… Wären da nur nicht die Berge an Haus- und Schulaufgaben gewesen, auf die es galt, sich vorzubereiten. Da in Frankreich das Schuljahr in Trimester eingeteilt ist, bekamen meine Eltern Mitte Dezember mein erstes Zeugnis zugeschickt. Ich war mit den Leistungen zufrieden und hatte die „moyenne générale“, also durchschnittlich mehr als 10 Punkte in jedem Fach. Was mir meinen Aufenthalt wesentlich erleichtert hat, war die Entscheidung ins Internat zu gehen, da ich von Anfang an keine Möglichkeit hatte, Deutsch zu reden sondern einfach alles auf Französisch ablief und ich so irgendwann, irgendwie auch einmal reden musste. Die drei anderen Mädchen im Zimmer waren alle sehr nett und bemühten sich um mich. Hin und wieder blieben Fragen bezüglich der deutschen Sprache nicht aus, was mir aber immer gut gefiel. Der französische Akzent ist einfach wunderbar! Highlight meines Aufenthaltes war ein Wochenende mit einer meiner Gastfamilien in Paris, aber auch, als der Abschied im März nahte, die Feiern, die meine ganze Klasse und meine Etage vom Internat für mich organisierten. Ich würde allen, die die Möglichkeit zu solch einem Austausch haben, raten, diese Möglichkeit auch zu nutzen, denn man lernt fürs Leben. Man wächst an Problemen, die sich einem in den Weg stellen und trotzdem erfolgreich gelöst werden. Ich bereue meine Entscheidung nicht, weil ich viel Positives erlebt habe, von Cidre und Crêpes zu Madeleines und einem „Pot au feu“! Aber nicht nur die französische Gastronomie hat bleibende Erinnerungen hinterlassen, sondern auch die ganzen netten Leute, meine drei Mädels aus meinem Zimmer, die „boums“, die vom Internat organisiert wurden, meiner Klasse… Selbst meine Lehrer! Die Erinnerungen kann mir wohl niemand mehr nehmen und ich freue mich schon auf meinen nächsten Besuch in Frankreich. An dieser Stelle auch der Familie Börner noch mal ein ganz herzliches MERCI BEAUCOUP, ohne die mein Aufenthalt gar nicht möglich gewesen wäre und die mich immer unterstützt haben!

Hanna Steinmetz, 11a