Krisenintervention

Schulübergreifende Krisenintervention an den staatlichen Gymnasien im Landkreis

Am vergangenen Donnerstag, den 26.04.2007, fand am Georg-Willhelm-Steller-Gymnasium in Bad Windsheim die Auftaktveranstaltung zur vernetzten Arbeit von gymnasialen Kriseninterventionsteams statt. Insgesamt 27 Lehrkräfte des Friedrich-Alexander-Gymnasiums, des Georg-Wilhelm-Steller-Gymnasiums und des Gymnasiums Scheinfeld wurden dabei geschult, wie sie in Teams bei schulischen Krisen professionell Schülern, Eltern und anderen Kollegen helfen können.

Krisen unterschiedlichsten Ausmaßes gehören in einer normalen Schule, ähnlich wie in anderen Institutionen, wo viele Menschen zusammen kommen, zum täglichen Geschäft. Seien es individuelle Krisen auf Schülerseite, z.B. durch den Tod eines Elternteiles oder Geschwisters, seien es Krisen, die eine ganze Klasse betreffen, z.B. der Unfalltod oder Suizid eines Mitschülers, seien es Krisen, die die gesamte Institution Schule angehen, wie (angedrohte) Amokläufe oder ein tödlicher Unfall bei einer Schulveranstaltung.

Alle diese Krisen – so individuell auch die jeweiligen Hintergründe sind – haben doch eines gemeinsam: Sie erfordern von den beteiligten Lehrkräften ein äußerst einfühlsames, umsichtiges Vorgehen, so dass eine „normale“ Unterrichtssituation überhaupt erst wieder hergestellt werden kann und dass langfristige Traumatisierungen in Folge einer solchen Krise bei den Schülern vermieden werden können.

Für die meisten Lehrkräfte heißt dies aber auch, dass sie mit einer Problemstellung konfrontiert sind, auf die sie in ihrer Ausbildung überhaupt nicht vorbereitet wurden und die vom Einzelnen überaus viel persönlich abverlangt.

„Gerade wir am Friedrich-Alexander-Gymnasium hatten vor knapp zwei Jahren mit dem tödlichen Unfall eines Abiturienten beim Abi-Umzug, bei dem ja unser gesamter Abiturjahrgang geschlossen anwesend war, eine Krise von fürchterlich großem Ausmaß. Viele Lehrkräfte sind damals mit unglaublichem persönlichen Engagement und Einsatz bis an die Grenzen ihrer Belastbarkeit gegangen – und teilweise sogar darüber hinaus. Und trotzdem: Unvorbereitet wie wir waren wären wir ohne die massive externe Hilfe z.B. durch die Unfallseelsorger und das Kriseninterventions- und Bewältigungsteam bayerischer Schulpsychologen komplett überfordert gewesen“, so Frau Wünsche, die staatliche Schulpsychologin für die Gymnasien in Neustadt und Scheinfeld, die diese Lehrerfortbildung zusammen mit ihrer Bad Windsheimer Kollegin Sandra Eckel initiiert und organisiert hat.

Deshalb lag der Gedanke nahe, die Arbeit der neu gegründeten Kriseninterventionsteams an den drei Gymnasien von Anfang an miteinander zu vernetzen, so dass man bei großen schulischen Krisen auch auf die Hilfe von Kollegen aus den Nachbarschulen zurückgreifen könnte. Als Referent für die Lehrerfortbildung konnte Herr Roland Zerpies gewonnen werden. Der Diplompsychologe arbeitet als staatlicher Schulpsychologe in Erlangen und ist ein Mitarbeiter der ersten Stunde im Kriseninterventions- und Bewältigungsteam bayerischer Schulpsychologen (KIBBS). In dieser Funktion war er bereits bei zahlreichen Kriseneinsätzen, z.B. nach dem Amoklauf in Erfurt oder dem Einsturz der Eishalle in Bad Reichenhall im Einsatz. Weitere gemeinsame Fortbildungen der drei Gymnasien im Bereich Krisenintervention sind für das kommende Schuljahr geplant. StRin Maria Wünsche, Schulpsychologin