- Bramhall
- Saint-Yrieix
- Schwarzenberg
- Austauschschüler
- Weiteres
Besuch aus der Slowakei
Dr.Ingrisch und Frau MaricaVom 29.09.2008 bis 10.10.2008 verbrachte ich einen zweiwöchigen Hospitationsaufenthalt am Georg-Wilhelm-Steller-Gymnasium. Ich bin Lehrerin und komme aus der Slowakei. Dort unterrichte ich am Gymnasium in einer kleinen Stadt Novaky die Fächer Deutsch und Russisch als Fremdsprachen und Geographie.
Ich besuchte in Deutschland viele Unterrichtstunden, und ich konnte Methoden, Ausstattung der Klassenzimmer und das Benehmen der Schüler vergleichen.
In der Slowakei gibt es die Einheitsschule:
Ab 6 oder 7 Jahre besuchen die Kinder und bleiben dort 9 Jahre.
Ab der ersten Klasse beginnen die Kinder mit einer Fremdsprache und Informatik. Ab der dritten Klasse fangen sie eine andere Fremdsprache an.
Nach der Grundschule können die Schüler an verschiedenen Mittelschulen studieren /Beruf- oder Fachschule, Handels- oder Hotelakademie, es gibt Bereiche mit/ohne Abitur/. Eine der Möglichkeiten ist auch ein Gymnasium /sgn. die Vorbereitung für die Uni/. Die Schüler nach der 9-ten Klasse können das 4-jähriges Gymnasium und die besseren Schüler können nach der 5-ten Klasse das 8-jähriges Gymnasium besuchen. Entscheidend dabei sind die Noten und die Ergebnisse der Aufnahmeprüfung.
In den Klassen sind mehr als 30 Schüler. Bei einigen Fächern /z.B. Fremdsprachen, Übungen in Biologie, Chemie, Physik/ teilen wir sie in zwei Gruppen. Im Unterschied zu Deutschland unterichtet man bei uns kein Latein.
Die Stunde dauert auch 45 Minuten. Nach jeder Stunde gibt es eine 10-Minuten-Pause. Essen, Trinken während der Stunde ist verboten, es ist nur in der Pause erlaubt. Jedes Kind muss sich während der Pause auf die Stunde vorbereiten und alles, was es braucht, auf die Bank legen. 2 Dienstschüler werden pro Woche bestimmt, die sich um das Tafelwischen, Medien, Landkarten usw. kümmern/.
Wenn der Lehrer die Klasse betritt, stehen alle Schüler auf, um den Lehrer zu begrüßen. Es gibt keine laute Begrüßung. Dann setzen sie sich. Der Lehrer schreibt ins Klassenbuch die fehlenden Schüler und trägt den Lehrstoff ein. Außerdem werden im Klassenbuch Schüler, die sich schlecht benehmen, vermerkt.
Im 8-jährigen Gymnasium haben die Schüler bis zur vierten Klasse ein Schülerbuch. Dort tragen die Lehrer die Noten sowie Notizen über das Benehmen ein. In den anderen Klassen gibt es ein Internet-Schülerbuch, in dem alle Eltern über ihre Kinder und ihre Noten informiert werden. Jeder Schüler hat einen eigenen Zugangscode.
In fast jeder Stunde werden die Schüler mündlich geprüft, weil jeder mindestens eine mündliche Note in jedem Halbjahr haben muss. Am besten ist es, wenn der Schüler selbständig über ein Thema erzählt, ohne die Hilfe des Lehrers zu beanspruchen. Die Notenstufen gehen von 1 bis 5.
Während der Lehrer einen neuen Lehrstoff erklärt, schreiben die Schüler selbstständig Notizen in ihr Heft, schon ab der 1. Klasse.
In den Fremdsprachen wird die neue Grammatik kurz und deutlich erklärt. Die Schüler kommen nach vorne und schreiben an die Tafel, um sie an vielen Beispielen zu üben.
Am Ende der Stunde gibt der Lehrer schriftliche oder mündliche Hausaufgaben auf. Es gibt kein Hausaufgabenkonzept und auch kein Hausaufgabenheft.
In dem letzten Studienjahr haben die Schüler in der Klasse die Pflichtfächer /die Fremd- und die Muttersprache/ und dazu wählen sie die Seminare nach der späteren Berufsorientierung.
Das Abitur besteht aus 2 Teilen:
1. Die schriftliche Prüfung findet im März statt, und zwar in der Muttersprache, in der Fremdsprache und in Mathematik.
2. Die mündliche Prüfung findet im Mai statt und ist verpflichtend für alle, die die schriftliche Prüfung abgelegt haben.
Die Prozentzahl derer, die Abitur machen, ist sehr hoch.