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Maria Assel - Kanada
3 Monate Schüleraustausch in Kanada, das sind so viele Erfahrungen, Erinnerungen, Fotos, Geschichten und neue Freunde, wie soll man das in ein paar Zeilen zusammenfassen?! Vermutlich ist es am Besten ganz von vorne anzufangen, also bei der Bewerbung:
Nachdem wir für 10 Monate eine amerikanische Austauschtauschschülerin aufgenommen hatten, stand für mich schon in der 9. Klasse fest: „Ich will weg!“, eigentlich für knapp ein Jahr, doch da meine Bewerbungen für diverse Stipendien leider erfolglos blieben, und normale Austauschprogramme leider schier unbezahlbar sind, versuchte ich mein Glück beim BJR, dem Bayerischen Jugendring, bei dem der Austausch auf Gegenseitigkeit beruht und somit im Großen und Ganzen nur die Flug- und Versicherungskosten zu zahlen sind.
Als dann der Brief mit der Nachricht kam, dass ich genommen wurde und nach Airdrie in der Provinz Alberta kommen würde, war ich überglücklich und begann sofort meiner Austauschpartnerin Christine e-mails zu schreiben. Je näher mein Abreisedatum rückte, desto größer war die Nervosität, und dann war es endlich soweit: Auf nach Kanada! Im Flugzeug war ich noch relativ entspannt, da ich von knapp 15 anderen Bayern umgeben war, die am gleichen Programm teilnahmen und von einer netten Reisebegleiterin unterstützt wurden, so dass wir uns nicht alleine und verlassen vorkamen.
Doch als wir dann gelandet waren, aus dem Flugzeug stiegen und TATSÄCHLICH auf kanadischem Boden standen, war die Nervosität plötzlich wieder da, doch meine Familie, die mich mit einem bunten Schild „Welcome Maria!“ begrüßte, war so sympathisch und freundlich, dass ich mich sofort wie zu Hause fühlte. In meinen ersten beiden Wochen in Kanada waren noch Sommerferien, so dass ich erst einmal Zeit hatte, mich einzuleben und zusammen mit den Kennedys, meiner Familie, Alberta und die Nachbarprovinz Sasketchewan zu erkunden.
Schon nach wenigen Tagen, wie es mir vorkam, war es dann Zeit in die Schule zu gehen, wovor ich – um ganz ehrlich zu sein – schon ein bisschen Angst hatte. Dies erwies sich jedoch als vollkommen unnötig, vor allem da meine Austauschpartnerin Christine, der Guidance Councellor und besonders der Deutschlehrer der Bert Church High School sich nach Kräften bemühten, mir den Start in der Schule so einfach wie möglich zu machen. Mit Hilfe des Guidance wählte ich dann auch meine Fächer aus, 4 an der Zahl: Englisch, Spanisch (der Anfängerkurs, unterrichtet vom Deutschlehrer der Schule), Sports Performance (eine Kombination aus Theorieunterricht und leistungsorientiertem Training) und Cosmetology (eine Art Einführungskurs in die Kosmetik). Und obwohl ich in keinem dieser Fächer zusammen mit meiner Austauschpartnerin in einem Kurs war, war es überhaupt kein Problem Anschluss und Freunde zu finden, weil alle Mitschüler gleich offen und neugierig auf mich zugegangen sind. Neben dem normalen Schulunterricht trainierte ich 3 mal in der Woche mit dem Senior Girls Volleyball Team, was mir wahnsinnig viel Spaß machte.
Neben den Verabredungen mit Freunden ins Kino, zu Konzerten, oder zu einem Hockeygame (typisch kanadisch!), standen am Wochenende auch immer Ausflüge zu verschiedenen Attraktionen, wie dem Calgary Tower, Banff oder beispielsweise der West Edmonton Mall zum shoppen auf dem Programm. Es kam mir vor, als hätte ich gerade einmal 2 Wochen in Kanada, Alberta verbracht, als ich leider schon wieder abreisen musste. Am Flughafen flossen natürlich Tränen, doch ich wusste, das Christine in wenigen Monaten zum Gegenbesuch für 3 Monate nach Deutschland kommen würde, was den Abschied sehr erleichterte.
Abschließend bleibt zu sagen, dass ich durch diesen Austausch um einige Erfahrungen reicher geworden bin, gelernt habe, offener auf Menschen zuzugehen, toleranter und außerdem selbstständiger und unabhängiger zu sein.
Maria Assel