„Frühstudium an der JMU“

Das Frühstudium an der Julius-Maximilians-Universität richtet sich an Schüler, die sich speziell mit einem Fach näher auseinandersetzen möchten. Die Vorlesungen und Übungen entsprechen denen „normaler“ Bachelorstudenten, eingeschlossen der fachlichen Watschn am Beginn des Studiums. Vor allem bezüglich des Fachs Mathematik ist der Kontrast zur Schule deutlich erkennbar. Klausuren, bei denen weniger als 50 Prozent der Studenten bestehen sind keine Seltenheit. Dementsprechend hoch ist die eingeforderte Frustrationstoleranz. So kann das Frühstudium einerseits als Orientierung in dem jeweiligen Fach dienen. Andererseits kann direkt die Basis für ein anschließendes Studium geschaffen werden.

Niclas Popp, Q12

„Hochbegabten Modell Mittelfranken“

Das HMM-Modell bietet Schülern die Gelegenheit eine etwas andere Art von Unterricht zu erleben. Statt dem klassischen Schulstoff werden hier Bereiche und Themengebiete vertieft, die in der Schule zu kurz kommen oder überhaupt nicht im Lehrplan enthalten sind. Dabei können die einzelnen Themenblöcke stark variieren, so wird neben Kryptologie und Epigenetik auch Informatik unterrichtet. Neugierde und kritisches Denken wird im Kurs immer gerne und als eine Bereicherung gesehen, auch wenn es öfters mal in Diskussionsrunden endet. Im Gegensatz zum normalen Unterricht ist die Stimmung im Kurs viel entspannter und lockerer, gerade weil es keine Notengebung gibt. Was es auch meiner Meinung einfacher macht, Fehler oder Unwissen zuzugeben und einmal nachzufragen. Ich selbst besuche das HMM-Modell schon seit eineinhalb Jahren und unser Kurs ist mit der Zeit eine richtige kleine Gemeinschaft geworden, in der man sich untereinander hilft, weil eben jeder seine Schwächen hat. Trotz der Tatsache, dass ich ab und zu etwas im Stress war, vor allem in der Prüfungszeit, bereue ich es keineswegs an diesem Modell teilgenommen zu haben und selbst für die relativ lange Fahrtzeit habe ich mittlerweile eine Beschäftigungsmöglichkeit gefunden: Ich nutze diese einfach um mich auf den nächsten Tag vorzubereiten.

Meike Scheuenstuhl, 10a

„Hochbegabten Modell Mittelfranken“

Besonders begabte Schüler aus Mittelfranken haben die Möglichkeit nach einem Leistungstest drei Jahre lang an einem speziellen Kursprogramm teilzunehmen. In der 9. und 10. Jahrgangsstufe findet jeweils wöchentlich eine Doppelstunde zu wechselnden Themen statt. Dabei wird darauf Wert gelegt jeden Begabungsschwerpunkt gleichermaßen zu fördern. In der Oberstufe können sich die Teilnehmer für unregelmäßig stattfindende Kurstage anmelden. Im Laufe dieser drei Jahre bildet sich eine Gemeinschaft, die im Rahmen des Ehemaligenverbandes „Perdox“ fortgeführt werden kann.

Niclas Popp, Q12

Projekt „Unitag“

Abitur - Und dann? Egal ob Kunst, Mathematik, Biologie oder Chemie, in der Schule finde ich Gefallen an so ziemlich allem, was angeboten und belegt wird. Im Entscheidungsprozess bezüglich eines universitären Studiums profilieren sich genau diese höchst unterschiedlichen Interessen allerdings als nicht besonders förderlich. Zum Glück gibt es speziell für Situationen wie die meine und vieler anderer Schüler ein Angebot des bayerischen Kultusministeriums, das Unterstützung verspricht: Das Projekt „Unitag“.

Die „Unitage“, für Mittelfranken organisiert vom Informations- und Beratungszentrum für Studiengestaltung und Career Service (IBZ) der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen/Nürnberg, ermöglichen es mir, jeden Freitag des Wintersemesters 2016/2017 ins Universitätsleben einzutauchen und mich mit anderen Teilnehmern sowie Studenten der Region auszutauschen. Mit spannenden Fachvorträgen quer durch alle Studienbereiche, fundierten Diskussionen und praktischen Forschungsfragen, denen in den Labors und Seminaren der FAU nachgegangen wird, schneidet der „Unitag“ interessante Themen an und vermittelt Fakten und Erfahrungen aus erster Hand, die eine unerlässliche Basis für eine ausgewogene Studienentscheidung sind.

Hier ein paar Eindrücke aus dem diesjährigen Programm:

Bei einer Auftaktveranstaltung am 28.10.2016 in den historischen Räumen des Altbaus der Universitätsbibliothek wurden wir, die 28 teilnehmenden Schüler und Schülerinnen aus ganz Mittelfranken und teilweise auch aus Oberfranken, zunächst an der Friedrich-Alexander-Universität begrüßt und mit der Hochschule vertraut gemacht. In den darauffolgenden Wochen waren wir dann vorerst an der philosophischen Fakultät der FAU zu Gast. Hier gaben uns Vorlesungen zu den verschiedensten Bereichen, wie etwa der Politik und den internationalen Beziehungen Südostasiens, digitale Geistes- und Sozialwissenschaften, Kunstgeschichte oder Politikdidaktik, höchst interessante, umfassende und abwechslungsreiche Einblicke in die vielfältigen Forschungsgebiete und Studienangebote der Fakultät. Besonders in den ergänzenden Fachvorträgen, Führungen und Workshops wurden zahlreiche offene Fragen beantwortet und spannende Diskussionen wie auch Gespräche zu den einzelnen Studiengängen geführt und gefördert. In den Wochen vor den Weihnachtsferien besuchten wir dann anschließend die technische Fakultät, die zum Großteil auf dem Südgelände der Universität untergebracht ist. Hier waren es vorwiegend fachspezifische Vorträge, die eindrucksvolle und vor allem lehrreiche Einblicke in die unterschiedlichen Departments der Fakultät gaben. Beeindruckende Vorführungen zu Themen wie der kapazitiven Abstandsmessungen in der Musikproduktion am Lehrstuhl für Multimediakommunikation und Signalverarbeitung des Departments Elektrotechnik, Wärmetransformation durch Adsorption am Lehrstuhl für thermische Verfahrenstechnik des Departments Chemie- und Bioingenieurswesen oder der künstlichen Diamantensynthese am Department Werkstoffwissenschaften sind in dieser Hinsicht beispielhaft. Mein persönliches Highlight der technischen Fakultät war allerdings der Besuch des Labors für Virtual Reality (VR) am Lehrstuhl für Konstruktionstechnik des Departments Maschinenbau. Im neuen Jahr ging es dann direkt weiter an die naturwissenschaftliche Fakultät, die mit Eindrücken zu den Departments Mathematik, Physik als auch Chemie/Pharmazie weitere Höhepunkte des Programms bot. Hier waren es vor allem die Gespräche mit den Mathematikprofessoren Dr. Peter Fiebig und Dr. Andreas Knauf, die Führung durch das Labor am Lehrstuhl für Laserphysik, sowie die Vorlesung „Chemie für Mediziner“ von Professor Dr. Jürgen Schatz, die für Begeisterung sorgten und die Naturwissenschaften gekonnt, anschaulich und nachvollziehbar vermittelten. Im weiteren Verlauf des Projekts stehen noch Unitage an der rechts- und wirtschaftswissenschaftlichen als auch an der medizinischen Fakultät aus, die alleine schon durch ihre Beschreibungen im Programmheft vielversprechend wirken. Neben den Vorlesungen und Vorträgen ist es aber vor allem der Austausch unter Gleichgesinnten, der das besondere Etwas des Projekts ausmacht. Interessante Gespräche beim Mittagessen, während der An- bzw. Abreise im Zug oder bei Diskussionen im Plenum bilden einen Kernbestandteil der Unitage.

Natürlich sind die Veranstaltungen auch mit einem gewissen Aufwand, wie etwa der Aufarbeitung der verpassten Unterrichtseinheiten, verbunden, der allerdings durch gewissenhaftes und verantwortungsbewusstes Handeln problemlos bewältigt werden kann.

Alles in allem würde ich das Projekt „Unitag“ als höchst interessant, abwechslungsreich und lehrreich bewerten. Das Angebot ist besonders empfehlenswert für all diejenigen, die über den Tellerrand der gymnasialen Schulbildung schauen möchten und die sich unsicher bezüglich einer Studienentscheidung sind.

Florian Dasch, Q11

„Deutsche Schüler Akademie“

Die Deutschen Schüler Akademien, kurz DSA, sind ein Angebot der Stiftung Bildung und Begabung an besonders leistungsstarke und begabte, deutschsprachige Oberstufenschüler aus der ganze Welt. Es umfasst zehn jeweils 16tägige Sommercamps. Jeder Teilnehmer entscheidet sich im Laufe seiner Bewerbung für ein Kursthema, wobei hier von Mathekram bis Psychoanalytik alles dabei ist. Das jeweilige Thema wird während der Akademie behandelt, wie man es von der Schule gewohnt ist, wenn auch auf deutlich höherem Niveau. Das wirklich interessante an den Camps sind allerdings die kursübergreifenden Aktivitäten. Zwischen den einzelnen Kursschienen können Teilnehmer die unterschiedlichsten Kurse, wie Kuchenbacken oder Chinesisch anbieten, um nur einige Beispiele anzuführen. Im Rahmen der 16 Tage bildet sich dabei eine große Gemeinschaft, die auch über die DSA im  Rahmen des Ehemaligenclubs weiter aufrecht erhalten wird. Meine persönliche Wahl fiel auf den Kurs „Topologie“ in Braunschwaig. Dieser Teilbereich der Mathematik ist für „Normalsterbliche“ genauso uninteressant wie er klingt. Retrospektive lässt sich sagen, dass mir die Teilnahme an der DSA genauso viel Spaß bereitet hat, wie die letzten zehn Badeurlaube zusammen!

Niclas Popp, Q12